Der Stamm Dieburg besteht derzeit aus 70 Mitgliedern. Wir treffen uns regelmäßig an der Pfadfinderhütte, der Bruder-Klaus-Hütte (Auf der Leer 35).

 

Die Bruder-Klaus-Hütte

Hier ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Stammes. An der Bruder-Klaus-Hütte (BKH) finden alle unsere Gruppenstunden, Treffen, Leiterrunden und Aktionen statt. Für die Gruppenstunden stehen 2 Gruppenräume sowie eine kleine Küche zur Verfügung. Neben der BKH schließt sich eine große Spiel- und Zeltwiese an, mit der Möglichkeit Feuer zu machen.

 Die BKH befindet sich in Dieburg “Auf der Leer 35" direkt neben Jugendcafé, der Gutenberg- und Alfred-Delp-Schule.

 

Geschichte der DPSG Dieburg:

Zur Geschichte - Katholische Pfadfindergruppen existierten in Deutschland bereits seit 1928. Diese ersten Stämme schlossen sich ein Jahr später zur „Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg“ zusammen. Auch in Dieburg trafen sich, seit dieser Zeit, Jugendliche, um gemeinsam nach dem Vorbild Lord Baden-Powells christlich und naturverbunden zu leben. Sie hielten regelmäßige Gruppenstunden im selbstgebauten Pfadfinderheim ab, welches sich in der Nähe des heutigen Reitervereins befand.

Als alle christlichen Jugendorganisationen 1938 verboten wurden, zerstörten die Dieburger Pfadfinder eigenhändig ihre Hütte - sie sollte der Hitlerjugend nicht zum Opfer fallen. Nach dem Ende des Dritten Reiches begann sich das gesellschaftliche Leben in Deutschland wieder langsam zu normalisieren. Viele Jugendverbände, insbesondere die Pfadfinder,erlebten eine sprichwörtliche Renaissance. Im Jahre 1948 organisierte die katholische Kirche in Dieburg ein Zeltlager für Jugendliche. Der damalige Pfarrer Dr. Johannnes Reul setzte sich daraufhin stark für eine Neugründung der Dieburger Pfadfinder ein. Unter der Leitung von Werner Rödler, der ebenfalls eine treibende Kraft in diesen Jahren war, entstand die erste Pfadfindergruppe.

Da die Pfadfinder anfangs über keinen eigenen Gruppenraum verfügten, traf man sich in der freien Natur - zumeist an der „Hungerlücke” oder der “Semder Kuhweide”. Später wurde die Sakristei in der Pfarrkirche St. Peter und Paul als Treffpunkt genutzt. 1950 trat der Stamm Dieburg offiziell dem Dachverband der Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) bei. Im Laufe der Zeit entstanden schließlich Gruppen für alle Altersstufen. So übernahm zum Beispiel Hans Sattig eine Jungpfadfindergruppe, die am 19.12.1954 in der Gnadenkapelie ihr Versprechen ablegte.

Zwei Jahre später gründeten deren Eltern, zusammen mit ehemaligen Pfadfindern, eine zwanglose Gemeinschaft zur Unterstützung des Stamm Dieburgs. In den Jahren 1957/58 wurden große Stammeslager im Odenwald (Eutergrund und Wildenburg/Amorbach) durchgeführt. Vor allem an der Wildenburg bewiesen die Pfadfinder ihre Hilfsbereitschaft; sie halfen bei der Einbringung der Ernte an der dortigen Hofmühle. Auch Wanderungen in der Umgebung und die Besichtigung der barocken Abteikirche von Amorbach gehörten zum Programm. Durch den Erfolg dieser Lager ermutigt unternahmen die Pfadfinder 1959 unter der Mithilfe des ehemaligen Stammesfeldmeisters Werner Rödler ein weiteres großes Lager in Göppingen/Schwäbische Alb. Neben Fahrten und Lagern kamen auch religiöse Aktivitäten im Stamm Dieburg nicht zu kurz.

Ende der 50er Jahre knüpften die Pfadfinder unter anderem Kontakte zu den Benediktinermönchen in Münster-Schwarzach. In den folgenden Jahren war es bereits eine Tradition, an der Feier der Osterliturgie in der dortigen Abtei teilzunehmen. Zur Unterstützung der Missionsarbeit wurde regelmäßig ein entsprechender Betrag von den Pfadfindern gespendet. Auch die jährliche Fußwallfahrt nach Walldürn war immer ein fester Bestandteil der Stammesaktivitäten.

Weitere Höhepunkte in den 60er Jahren waren eine Hüttenwanderung in das Räthikon/Vorarlberg, ein Stammeslager in Kempten/Allgäu und eine Tour durch den Bayrischen Wald. Im Jahre 1963 fand die Abschlussfahrt der Rover nach Wien statt. Mit dieser Reise wurde die ehemalige Jungpfadfindergruppe unter der Leitung von Hans Sattig nun endgültig als Rovergruppe aufgelöst. In den darauffolgenden Jahren knüpften die Dieburger auch erstmals Kontakte mit französischen Pfadfindern. 1966 wurde ein gemeinsames Lager in Ronchamp durchgeführt. In dieser Zeit tauschten die Georgspfadfinder die Thomas-Morus-Hüfte an der “Hungerlücke” mit der KJG und erhielten im Gegenzug die Bruder-Klaus-Hütte auf der Leer. Seitdem wurden dort regelmäßig Umbauten und Verschönerungsarbeiten vorgenommen.

In den 70er Jahren übernahmen die Pfadfinder einen alten Bauernhof im Südschwarzwald - den “Mettlehof”, der in unzähligen Arbeitsstunden zu einer Erholungsstätte für Familien und Jugendgruppen umgebaut wurde.

Eine weitere wichtige Veranstaltung der Georgspfadfinder war der alljährliche “Stammestag“, bei dem besonders die Eltern Gelegenheit hatten, mit Leitern Kontakt aufzunehmen und sich allgemein über die Jugendarbeit der Pfadfinder zu informieren.

Den krönenden Abschluss eines Jahres bildete schließlich die gemeinsame Adventsfeier. Hier wurden die vergangenen Lager und Aktionen des Stammes in gemütlicher Runde noch einmal reflektiert. In den 80er Jahren entschloss sich der Vorstand für die Anschaffung eines Busses, der von nun an in jedem Sommerlager für den Personen- und Materialtransport nahezu unentbehrlich wurde. Ende der 90er wurde der Pfadfinderbus schließlich durch den Kauf einer mobilen Feldküche sinnvoll ergänzt.

Aufgrund des immer größer werdenden Freizeitangebotes in den letzten Jahren mussten auch die Georgspfadfinder verstärkt „Öffentlichkeitsarbeit“ betreiben. Mit verschiedenen Aktionen in der Dieburger Innenstadt informierten sie über ihre Arbeit und versuchten zugleich, neue Mitglieder zu werben.

Natürlich stand auch der Umweltschutz für die Georgspfadfinder weiterhin im Vordergrund. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion der DPSG reinigten sie den Dieburger Stadtwald in der Nähe der Moret von Müll und sonstigem Unrat. Zweck dieser “Waldsäuberung” war es, die Mitbürger zu verantwortungs- und umweltbewusstem Handeln aufzurufen.

Im Jahr 1999 veranlasste das Elend im Kosovo die Pfadfinder zu einer spontanen Hilfsaktion. Auf dem „Dalles” in Dieburg fand ein Essens- und Getränkeverkauf statt, dessen Erlös zu 100% hilfsbedürftigen Menschen im Krisengebiet zugute kam. Im Jahr 2ooo stand der Bau einer neuen Doppelgarage auf dem Pfadfindergelände an. Mehrere Monate lang wurde geplant und organisiert, bis die Garage schließlich nach vielen Arbeitseinsätzen fertiggestellt war. Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war das 50. jährige Jubiläum unseres Stammes.

Unter dem Motto 50 Jahre DPSG - Zeit Die Verbindet luden die Pfadfinder zum Konzert und zum Gottesdienst auf ihrem Gelände ein.